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Impressionismus
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Achte
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1886

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Resumee
Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886
Kunst Theorie

Die achte Ausstellung der Impressionisten
"8me exposition de peinture"
15. Mai – 15. Juni 1886 - Paris, Rue Laffitte 1/ Ecke Boulevard des Italiens

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Die Idee eine weitere, achte Ausstellung zu wagen tauchte etwa im Jahr 1885 auf. Pissarro schrieb an Monet: "Seit einiger Zeit spricht man viel von einer Ausstellung. Ich war beim Mary Cassatt und sie fing sogleich davon an. Könnten wir uns ich darüber verständigen? Wir beide, Degas, Caillebotte, Berthe Morisot, Guillaumin, Mlle Cassatt und zwei oder drei andere würden einen ausgezeichneten Kern bilden. Die einzige Schwierigkeit ist, zu einer Übereinstimmung zu kommen. Ich meine. dass wir prinzipiell nicht eine Schau von uns allein (d.h. Durand-Ruel-Elemente) veranstalten sollten." Durand-Ruel auszuschließen hatte für Pissarro den einfachen Grund, dass der Kunsthändler von Seurat, Signac und ihrem Pointilismus nicht viel hielt und Pissarro kritisierte sich dieser Art Malerei zu widmen. Allerdings ließ auch das gegenseitige Verständnis der Maler nach, so bezeichnete Pissarro die noch impressionistisch malenden als "Romantiker" dieses Stils. Jedenfalls verliefen die Verhandlungen zunächst im Sande.


Anfang 1886 versuchten dann Berthe Morisot und ihr Mann Eugène Manet die Freunde zu einer Gruppen Ausstellung zu überreden. Es gestaltete sich weiterhin schwierig, da zu dem Dauerthema "Degas und seine Freunde" nun auch die Forderung Pissarros kam, die Maler Seurat und Siganc aufzunehmen, was auf wenig Gegenliebe stieß. So gaben Berthe Morisot ihr Engagement zunächst wieder auf.

Nun versuchte Guillaumin zwischen den Gruppen zu vermitteln. Er sah als zu bedenkende Schwierigkeit, dass mit Ausscheiden von Degas, Cassatt und Morisot, diejenigen nicht mitmachen würden, die finanziell in der Lage waren eventuelle Verluste aufzufangen. Denn für die meisten Impressionisten waren Geldsorgen immer noch groß, auch wenn durchaus Bilder verkauft werden konnten. Bei den Verhandlungen kam es zu heftigen Zusammenstößen, vorallem zwischen Pissarro und Eugène Manet. Die Aufnahme der Pointilisten und vor allem das große Bild von Seurat "Grand Jatte" war Hauptstreitpunkt, ein BIld mit den Maßen 207x308 cm.
Letztendlich kam man doch zu einem Ergebnis. Pissarro, Seurat und Signac sollten zusammen mit Pissarros Sohn Lucien in einem eigenen Raum ausstellen. Gauguin stimmte einer Teilnahme zu, brachte aber seinen Freund Schufenecker mit, was nun wieder zu Zwist und Streit führte. Sehr zum Ärger von Pissarro stimmten Berthe Morisot und Ihr Mann der Forderung Gauguins zu. Monet sagte nun endgültig ab, seine Beweggründe sind nicht bekannt, man nimmt an, dass die Teilnahme von Seurat und Signac den Ausschlag gab. Aber es folgen Caillebotte, Sisley und Renoir seinem Beispiel. Monet wird bei einer großen Ausstellung des Kunsthändlers Petit teilnehmen.

Man findet Räume im zweiten Stock des Maison Dorée, einem damals berühmten Restaurant.

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Bei der Ausstellung waren neu in dem Kreis: Georges Seurat, Paul Signac und Odilon Redon, sowie Pissarros Sohn Lucien. Auf die Bezeichnung "Impressionisten" wurde auf Berteiben von Degas wiederum verzichtet.

Die Maler der achten Ausstellung mit jeweils einigen Werken:

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Marie Bracquemond

Les trois graces

Portrait Félix Bracquemond

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Mary Cassatt

Fille dans jardin

Enfants et nourrice au jardin

Enfants sur la plage

Jeun fille à la fenêtre

Fille arrangeant ses cheveux

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Edgar Degas

Femme essayant un chapeau chez modiste

Petites modistes

Degas stellte eine Serie von Akten aus, unter dem Titel: Suite de nuds de femmes sebaignant, se lavant, se séchant, s'essuyant, se peignant ou se faisant peiner. Pastels. Einige Beispiele:

Le tub

Femme au tub

femme se baignant dans une baignoire peu profonde

Femme se s'essuyant après le bain

Fille se séchant

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Paul Gauguin

Paysage à Saint Cloud

Conversation

Oestervold-Park Kobenhagen

Route à Rouen

Panier de fleurs

Femme se baigner

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Armand Guillaumin

Crèpuscule à Damiette

Les pêcheurs

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Berthe Morisot

La petite servante

Au jardin à Bourgival

Portrait Paule Gobillard dessinant

Jeune fille sur l'herbe

Le lever

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Camille Pissarro

Poiriers en fleuer a eragny

Vue de ma fenêtre Eragny-sur-Epte

Cuillette de pommes

Gardeuse d'oies

Paysage à Rouen - Ätz-Radierung

Rue de l'Epicerie à Rouen - Ätz-Radierung

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Lucien Pissarro

Curé à la promenade - Holzschnitt

Pâtissier - Holzschnitt

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Odilon Redon

Le priseunnier

Profil de lumière

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Georges Seurat

Un dimanche après-midi a l'îlle de la Grande Jatte

La rade de Grand-Camp

La Seine à Courbevoie

Les pêcheurs

Condoléances - Conté-Bleistift

Clowns et poney - Conté-Bleistift

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Paul Signac

L'Embranchement de Bois-Colombes

La neige, Boulevard Clichy

Les gazomêtres, Clichy

Apprêteuse et garnisseuse

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Auch diese Ausstellung war wieder Gegenstand heftiger Diskussionen, die von Euphorie bis zur totalen Ablehnung reichten. Es waren zwar nur noch drei Maler vertreten, die das impressionistische Element weitertrugen: Berthe Morisot, Gauguin und Guillemnond. Manche Besucher empfanden die Aktserie von Degas als unanständig. Soviel jedoch die Pastelle von Degas erörtert wurden, so lag das größte Interesse an dem von Seurat ausgestellten Bildes der "Grande Jatte", welches den Raum beherrschte. Es ergab sich der Umstand, dass die Bilder von Seurat, Pissarro und Signac nicht oder nur schlecht zu unterscheiden waren. Die Unterschiede nahm das Publikum nicht wahr. In den Zeitungen stand, die Eigenart der Maler sei zerstört.
Nach der Ausstellung konnte man das endgültige Zerbrechen der Gruppe der Impressionisten miterleben. Jeder versuchte nun einzeln in Ausstellungen weiter zu kommen. Man redet selten miteinander, traf sich kaum. Es ist aber auch festzustellen, dass die impressionistische Malerei nun langsam anerkannt wurde, die einzelnen Künstler durchaus gute Preise nun erzielten. Eine großen Anteil daran hatte Durand-Ruel, der in den USA mit seiner Präsentation doch Erfolg hatte.

Hier zum Abschluss der acht Ausstellungen der Impressionsiten zwischen 1874 und 1886 ein paar der in den Zeitungen erschienenen Karikaturen zu den Ausstellungen:

Warte hier auf mich, Puppe, lass mich zuerst gehen,
um sicherzustellen, dass kein Bild dich impressioniert bei deinem Zustand.
(Le Charivari, 23. Mai 1886)

Bei den Impressionisten
"Was machst du hier?"
"Mir wurde gesagt, dass es in diesem Gemälde eine Menge Talent gibt…. Ich schaue, ob wir es nicht falsch herum gehängt haben..
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(Le Charivari, 10 April 1881)