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Impressionismus
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1883 - 1885
Manet / Gonzales

Kunat ab 1865
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Resumee
Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886
Kunst Theorie

Die Jahre 1883 - 1885

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In diesen Jahren nach 1882 zeigte sich eine Unzufriedenheit der Maler mit ihren eigenen Werken: Renoir, Monet, Pissarro, auch Degas sahen, dass ihre Arbeit und Entwicklung stehen blieb. So experimentierten sie, allerdings ohne greifbaren Erfolg. Hinzu kam, dass der Verkauf von Bildern nach wie vor sehr schleppend war und die Preise sehr niedrig.
Auch wenn Durand-Ruell sich sehr bemühte, hatte er doch in George Petit einen starken Konkurrenten bekommen. Unter anderem Monet hat im Laufe der Zeit dann viel mit Petit zusammengearbeitet. Das ergab sich auch aus den ausbleibenden kleinen Zahlungen die Durand-Ruel an die Maler gab. Der Kunsthändler stand damals vor dem Ruin und war nicht mehr in der Lage, die Künstler zu unterstützen. Eine Ausstellung in den Vereinigten Staaten (u.a. New York), die er vorbereitete und im Jahr 1886 durchführte wird jedoch für den Galeristen eine finanzielle Wende einläuten.

Monet - L'Aiguille d'Étretat - 1883
Dieses Fels-Motiv wird Monet in den flogenden Jahren öfters malen.

Monet - Villas à Bordighera - 1884

Renoir - Femme assise au bord de la mer - 1883

Renoir - Dans à Bourgival - 1883

Pissarro - Lafayette - 1883

Pissarro - La faneuse - 1884

Die impressionistischen Künstler verließen langsam ihre bisherigen Gemeinsamkeiten. Jeder strebte in eine andere Richtung. Sie wohnten inzwischen auch weit verstreut außerhalb Paris und die Kontakte nahmen dadurch immer weiter ab.
Man versuchte noch ein monatliches Treffen in Paris zu organisieren, aber für manche war der Weg zu weit, z.B. für Cézanne oder Pissarro (bei ihm aus Geldmangel). Auch für Degas waren die Treffen nicht besonders attraktiv und er schrieb an einen Freund: "… man schließt sich ab wie eine Tür, und zwar nicht nur seinen Freunden gegenüber…" Auch er klagte über Schwierigkeiten in seinem Schaffen.
Die Maler reisten viel, sofern sie es sich leisten konnten und langsam fanden sie wieder zu sich und ihrer Malerei. Pissarro war weiter unentschlossen, wie es weitergehen sollte.

Paul Gauguin gab in dieser Zeit seine Arbeit in einer Bank ganz auf. Da wurde Paris schnell zu teuer für die Familie mit fünf Kindern, so zogen sie zunächst nach Rouen. Enttäuschend für ihn war, dass Monet, Pissarro und Renoir beschlossen hatten 1884 keine gemeinsame Ausstellung zu organisieren. Frau Gauguin verließ, als das Geld immer knapper wurde, Rouen mit drei ihrer Kinder und zog nach Dänemark zu ihren Eltern. Gauguin selbst folgte erst einige Monaten später nach. Dänemark war aber kein gutes Pflaster für seine impressionistische Malerei, da diese Kunst dort noch kaum bekannt war, wie auch im übrigen Europa.

Gauguin - Interior à Copenhagen - 1884

Gauguin - La funure - 1884

Ab 1881 stellt Odlion Redon aus (er nimmt dann an der achten Ausstellung im Jahr 1886 teil). Zuerst zeigt er Kohlezeichnungen und Lithographien. Seine Kunst, weit entfernt von Impressionismus und offiziellem Salon, machten ihn zu einem Außenseiter.

Redon - L'araignée qui pleure - 1881

Redon - Despair - 1882

Bei einer Ausstellung einer neuen unabhängigen Gruppe lernte er Paul Signac kennen.
Signac hatte sich sehr bemüht die Bekanntschaft von seinem großen Vorbild Monet zu erhalten, doch der Impressionist hatte kein Interesse. Signac befreundete sich dann mit Armand Guillaumin.

Signac - Notre Dame - L'Île Saint-Louis, vue du Quai de la Tournelle - 1884

Signac - Le Moulin de la Galette à Montmartre (Rue Caukaincort) - ca. 1885

In der Gruppenausstellung der "Neuen Unabhängigen" sahen Redon und Signac ein Bild, "Les Baigneuers" von Georges Seurat, den sie dort auch kennenlernten. Seurat hatte die Impressionisten sehr genau studiert und suchte, wie er sagte, eine "Grundlage für optisches Malen!" und reduzierte seine Palette auf vier Grundfarben und ein paar Zwischentöne. Zwischen Signac und Seurat entwickelte sich in der Folge eine intensive Freundschaft, sie diskutierten die neuen Farbtheorien. Sie beteiligten sich an der Ausstellung der neugegründeten "Société des Artisten Indépendants", an der auch Guillaumin sowie Redon teilnahmen.

Seurat - Une baignade à Asnières

Im nächsten Jahr 1885 fiel diese Ausstellung aus Geldmangel aus und Seurat konnte so sein großes Bild "Grande Jatte", an dem er schon lange am malen war, nicht zeigen. Im gleichen Jahr lernte Signac im Atelier von Guillaumin auch Pissarro kennen. In vielen folgenden Gesprächen entdeckte Pissarro für sich neue künstlerische Möglichkeiten. Da er mit seiner eigenen Malerei sehr unzufrieden war, zeigte er sich für die neuen Theorien sehr empfänglich. Er übernahm die Technik der einzeln gesetzten Farbpunkte, die man später als Pointilismus bezeichnete. Dem über seine neuen Malweise sehr erstaunten Händler Durand-Ruel erklärte er: "Eine moderne Synthese der wissenschaftlichen Erkenntnisse, nämlich der von Chevreul entwickelten Farbtheorie, der Experimente von Maxwell und der Messungen von O.H. Rood." Die optische Mischung müsse an die Stelle der Mischung von Farben treten.

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Édouard Manet

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Foto ca 1882

Im Jahre 1882 wurde Manet zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Er hatte lange darauf gewartet und war dann der Meinung, diese Ehrung "käme gut 20 Jahre zu spät", wie er in einem Brief schrieb. Nach dem sehr beachteten Werk "Un Bar aux Folies-Bergère" aus dem Jahr 1882, hatte er noch einige Pläne, doch fehlte ihm inzwischen die Kraft, um größere Arbeiten in Angriff zu nehmen. Er malte nahe Paris in Rueil einige kleinere Bilder, Portraits, Blumen und Gartenstücke.

Fliederstrauß 1882

Landhaus von Monet in Rueil 1882

La Vienneuse - Portrait Irma Brunner 1882

Als er Anfang 1883 nach Paris zurückkehrte, war sein Gesundheitszustand Besorgnis erregend. Bald kann er sein Bett nicht mehr verlassen, sein linkes Bein wurde brandig und man riet ihm zur Amputation. Am 20. April 1883 musste die Operation dann vorgenommen werden, aber es war zu spät. Am 30. April 1883 stirbt Édouard Manet, er wird 51 Jahre alt.
Zum Begräbnis am 3. Mai kamen die Maler und Freunde: Monet reiste aus Giverny an, Pissarro kam, auch Cézanne. Berthe Morisot hatte ihren Schwager verloren. Außerdem waren Emile Zola, Antonin Proust und Fantin-Latour sowie viele andere gekommen.
Eva Gonzales, die einzige Schülerinn von Manet, flechtet noch einen Totenkranz. Wenige Tage später wird sie an einer Embolie sterben.

Im Jahr 1884 zeigte man in einer Ausstellung Bilder aus dem Fundus von Manet. Eine folgende im Testament von Manet festgelegte Auktion brachte über 100.000 Francs.
Ein paar Beispiele aus der Auktion:

Lola de Valence - 1862

Chanteuse des rues - 1862/63

Portrait Victorine Meurent 1862

Die Dargestellte hatte Manet zufällig im Palais de Jusitz gesehen und war von ihrem eigenartigen Aussehen stark beeindruckt: roblondes Haar, sehr weiße Haut und ein sehr eigenes Gesicht. Er bat sie spontan sie portraitieren zu dürfen. Nach diesem Portrait hat Manet sie bis etwa 1875 in einigen berühmten Gemälden dargestellt: "Mlle Victorine en costume d'espada", Chanteuese de rues" (siehe oben), im "Dejeuner sur l'herbe" ist sie ebenfals zu sehen, wie auch als "Olympia", und in einigen weiteren Bildern.

Mlle Victorine en costume d'espada - 1862

Combat de taureaux (Le torédor mort) - 1864

Le fumeuer - 1866

L'execution d'Empereur Maximilien - 1869

Dieses Bild wurde währende der Auktion wieder zurückgenommen, allein wegen der Größe mit 252 x 309 cm
Manet hatte es im Salon ausstellen wollen, wurde aber schon aus politischen Gründen abgewiesen. Er hat das Bild danach nie wieder ausgestellt.

La partie de croquet - 1873

Bal masqué à l'opéra - 1873

Chez Le Père Lathuille - 1879

Édouard Manet hat nur wenige Selbstportraits gemalt. Eines aus dem Jahr 1879:

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Édouard Manet: Portrait Eva Gonzales

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Eva Gonzales
1849 - 1883

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Wenn es um Frauen im französischen Impressionismus geht, wird neben Berthe Morisot, Mary Cassatt und Marie Bracquemond, die alle an Ausstellungen der Impressionisten zwischen 1874 und 1886 teilgenommen haben, gerne auch Eva Gonzales genannt, auch wenn sie an keiner dieser Ausstellungen beteiligt war. Sie war die einzige Schülerin von Édouard Manet, das manifestierte sich auch in ihrer Malerei. Gezeigt hat sie ihre Bilder, wie Manet auch, aber durchaus erfolgreich im Pariser Salon.

Mit 16 Jahren begann sie mit einer Ausbildung im Atelier des Malers Charles Chaplin, der Kurse für Frauen abhielt, da die staatlichen Kunstakademien für Frauen gesperrt waren. Im Jahr 1869 lernte sie Édouard Manet kennen, der sie bat ihm Modell zu stehen. Bald wurde sie auch seine Schülerin und man kann den Einfluss des Malers sehr gut erkennen. Sie bevorzugte Sujets des täglichen Lebens und näherte sich damit teilweise den Impressionisten an.

Sie heiratet 1879 den Kupferstecher und Grafiker Henri Guérard. Sehr früh mit 34 Jahren stirbt Eva Gonzales am 5. Mai 1883 an einer Embolie nach der Geburt ihres Sohnes.

Einige Beispiele ihres Schaffens:

À la loge de Théâtre de Italiens

Nounou et enfant

La femme en bleu

Le sommeil

Portrait de Jeanne Gonzales

Sur la terrasse (Pontoise)

En bateau

L'alcôve

Sous le berceau (Honfleur)

Selbstportrait

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Eva Gonzales ca 1882

Zwei Jahre nach ihrem Tod wurde eine Verkaufs-Ausstellung der Bilder von Eva Gonzales organisiert