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Magrasku

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Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886
Kunst nach 1886

Nach den
Ausstellungen
der Impressionisten

Kunst nach 1886
Pointilismus
Post-Impressionismus
Pont-Aven
Nabis
Sociéte des Vingt
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Pointilismus

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Der Pointilismus
(Divisionismus)

Ein kurzer Abstecher zur pointilistischen Malweise

.rühmten Vertret.

In der Achten und Letzten aus der Reihe der Impressionisten-Ausstellungen, die 1886 stattfand, stellten einige Maler eine neuartige Malweise vor, den Pointilismus. Die wohl hauptsächlich von Georges Seurat entwickelte Malweise, nannte er selber Divisionismus, während der gebräuchliche Name Pointilismus (franz. Point = Punkt) von dem zweiten berühmten Vertreter Paul Signac stammt.

Grundlage der Maltheorie waren neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Farbenlehre, der Wahrnehmung, vor allem aber der additiven und subtraktifven Farbmischung. Während die additive Mischung die Ergebnisse von verschieden Grundfarben durch Licht beschreibt, ist die subtraktive Mischung das Ergebnis einer Farbmischung die durch von einer Oberfläche reflektiertem Licht entsteht. Beide Arten sind in der heutigen Technik allen wohl bekannt: Die additive ist Grundlage des Farbfernsehens und der Farbbildschirme, während die subtraktive Grundlage aller farbigen Druckerzeugnisse bildet.
In beiden Fällen wird in der jeweiligen Anwendung die Farbe durch das Zusammenspiel von farbigen Punkten erzeugt: Am Bildschirm durch die Farben Rot-Grün-Blau, im Druck durch die Farben Cyan-Magenta-Gelb. Damit kann man fast alle Farben des Farb-Spektrums erzeugen, wobei die Möglichkeiten der subtraktiven Mischung um einiges geringer sind als die der additiven.

In der damaligen Malerei wurden zwar großteils reine Farben verwendet, doch beschränkte man sich nicht auf drei Grundfarben alleine. Doch auch bei die Verwendung von verschiedenen sehr reinen Farben entsteht die Farbmischung erst im Auge des Betrachters.

Hier sieht man die pointislistische Arbeitsweise aus der Nähe:
(Ausschnitt aus dem bekannte Bild "La Grande Jatte" von Seurat)

Der Pointilsimus als Formensprache wurde etwa von 1880 bis 1910 verwendet. Die Vertreter dieser Malweise waren neben den schon erwähnten Seurat und Signac für ein paar Jahre Pissarro, und weiter Henri Cross, Theo van Tysselberghe, Maximilien Luce, u.a. Viele Maler setzten sich mit der Art zu malen zeitweise auseinander, wie Vincent van Gogh oder Henri Matisse.

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Georges-Pierre Seurat

* 2. Dezember 1859 in Paris; † 29. März 1891 Paris

Über Zeichenkurse bei einem Bildhauer kam Seurat an die École de Beaux Arts. Bei einem Lehrer, der im Stile Ingres arbeitete, lernte er Malerei. Im Louvre studierte er die alten Meister.

Ein Besuch der Impressionisten-Ausstellung von 1979 mit Bildern von Degas, Pissarro oder Monet ließen ihn von der akademischen Malerei Abschied nehmen. In der Folge setzte er sich mit optischen Problemen in der Malerei auseinander. All seine Studien führten zu Versuchen in der Technik der Malerei, zuerst mit Farbmischungen, doch bald zu dem was ihn bekannt machte: das Malen mit getrennten Farbpunkten.

Sein erstes sehr großes Gemälde ( Eine Badestelle bei Asnières ) wurde im Salon abgelehnt. Er konnte es aber in der Ausstellung der Societé des Artistes Indépendants zeigen, eine 1884 gegründete Vereinigung. Dort lernte er Paul Signac kennen, mit dem ihn dann eine intensive Freundschaft verband.

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Une baignade à Asnières
1884 - 202 x 301 cm - Öl auf Leinwand
National Gallery London

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Im Jahr 1886 nahm Seurat an der letzten von Pissarro organisierten Ausstellung der Impressionisten teil. Dort zeigte er unter anderem seom berühmtes Bild "Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte"

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Un dimanche aprèsmidi à la Grande Jatte
1884 - 207 x 308 cm - Öl auf Leinwand
Art Institute of Chicago

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Im Jahr 1887 wurde die Gruppe der Neoimpressionisten gegründet, deren Mitglied er wurde. Der Pointilismus war dort durch ihn sowie Paul Signac, Maximilien Luce, Theo van Rysselberghe u.a. vertreten.
Seurat nahm mehrere Male an Ausstellungen der Künstlergruppe "Le Vingt" in Brüssel teil, wo er unter anderem das Bild "Le Cahut" zeigte.

Im März 1891 verstarb Seurat an Diphtherie

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Les Poseuses
1884/86 - 200 x 250 cm - Öl auf Leinwand
Foundation Barnes, Philadephia

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Femme avec une houppette
1889/90 - 95 x 79 cm - Öl auf Leinwand
Courtauld Institute of Art, London

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La Tour Eiffel
1889 - 24 x 15,2 cm - Öl auf Holz
Fine Art Museums of San Francisco

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Le canal de Gravelines, le soir
1890 - 65 x 82 cm - Öl auf Leinwand
MoMA, New York

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Port en Bessin, port extérieur
1888 - 66 x 82 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris

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Paul Signac

*11. November 1863 - † 15. August 1935

Paul Signac (Zeichnung von Seurat)

Eine Monet-Ausstellung 1880 war der Auslöser für Signac von da an künstlerisch zu arbeiten. Waren die ersten Bilder stark von Monet beeinflusst, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband, suchte er auch Ausbildung in einem Atelier. 1884 stellte er impressionistische Gemälde im Salon des Indépendants aus. Den Sommer verbrachte er gewöhnlich in Port-en-Bressin, wo er Seurat 1884 kennenlernte.
Diese Begegnung war entscheidend für sein weiteres Werk. Die Prinzipien des Pointilismus begeisterten ihn sehr und er wurde eine treibende Kraft dieser Stilrichtung.

1886 stellte er gemeinsam mit Seurat auf der achten Impressionisten-Ausstellung einige Werke aus. Die meisten seiner Bilder sind Landschaften, meist Küstenbilder. Seine Verbindung zum Meer zeigte sich auch darin, dass er als Matrose arbeitete. Im Laufe seines Lebes besaß er über 30 Schiffe.

Personen und Interieurs malte Signac eher weniger, doch gibt es einige sehr schöne und bekannte Bilder:

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Femme se coiffant
1892 - 59 x 70 cm - Öl auf Leinwand
Provatsammlung

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Le petit Déjeuner
1886/87 - 89 x 110 cm - Öl auf Leinwand
Kröller-Müller Museum, Otterloh (Niederlande)

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Portrait de Félix Fénéon
1890(91 - 74 x 92 cm - Öl auf Leinwand
Museum of Modern Art (MoMA), New York

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La Terrasse, Saint-Tropez
1898 - 72 x 91 cm - Öl auf Leinwand
National Gallery Ireland, Dublin

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Le Port de Marseille
1906 - 46 x 55 cm - Öl auf Leinwand
Hermitage Museum, St. Petersburg

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Le Phare de Groix
1925 - 74 x 82 cm - Öl auf Leinwand
Metropolitan Museum of Art, New York

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Camille Pissarro

* 10. Juli 1830 Charlotte Amalie, Dänisch-Westindien † 12. November 1903 Paris

Camille Pissarro um 1888

Im Jahr 1885 lernte Pissarro Seurat und Signac sowie ihre Maltechnik kennen. Die Art überzeugte ihn. Ein wenig hatte er vorher ansatzweise seine Bilder so angelegt, weil sein Pinselstrich schon sehr kurz geworden war. Nun kamen reine unvermischte Farben hinzu, die nicht mehr übereinander, sondern nebeneinander gesetzt wurden, um leuchtendere Farben zu erzeugen.

1886 erreichte er gegen erheblichen Widerstand, dass die Pointilisten an der achten Impressionisten-Ausstellung teilnehmen durften. Er musste dabei allerdings akzeptieren, dass sich die Maler, die Pissarro nun "romantische Impressionisten" nannte, Monet, Renoir, Sisley und Caillebotte sich auch deshalb zurückzogen und an der Ausstellung nicht teilnahmen.
Sicher hat auch das zum Ende und Auseinderfallen der Gruppe der Impressionisten geführt, die fortan wenig Kontakt untereinander hatten.

Auch wenn es anerkennende Stimmen gab, so konnte Pissarro keine Käufer für die neunen Bilder finden. Der Kunsthändler Durand-Ruel empfand die Malweise sowieso als Irrweg und brach für einige Zeit die Beziehung zu Pissarro ab. Auch Pissarro wollte nun mit dem Kunsthändler, der die Impressionisten immer (auch finanziell) unterstützt hatte, nichts mehr zu tun haben.

Es ist aber auch festzustellen, Pissarro selbst war nach einigen Jahren unzufrieden. Durch die starre, aber auch sehr zeitaufwändige Malweise, fühlte er sich eingeengt. So war es kein Wunder, dass er sich etwa ab 1892 großenteils wieder der ihm vielleicht gemäßeren impressionistischeren Malerei widmete. Auch die Verbindung zu seinem Förderer Durand-Ruell normalisierte sich wieder und 1892 erfolgte in dessen Galerie auch der Durchbruch für Pissarro und die Anerkennung als Maler. Die lebenslang andauernden immerwieder überaus kritischen Geldsorgen hatten im 62. Lebensjahr Pissarros endlich ein Ende.

Hier einige pointillistische Arbeiten aus den Jahren 1886 - 1890, die durchaus der Qualität von Pissarros Malerei insgesamt entsprechen.

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L'Île Lacroix, effet de brouillard, Rouen
1888 - 44 x 55 cm - Öl auf leinwand
Philadelphia Museum of Art

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La récolte des pommes à Éragny
1888 - 58 x 72 cm - Öl auf Leinwand
Dallas Museum of Art

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Faucheuses au repos
1891 - 65 x 81 cm - Öl auf Leinwand
The McNay Museum, San Antonio (Texas)

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Femme au fichu vert
1893 - 65 x 54 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris

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Henri Edmond Cross
* 20. Mai 1856 in Douai;
16. Mai 1910 in Saint-Clair;
eigentlich Henri-Edmond Delacroix

Selbstportrat

Der Maler Edmond Cross begann in seiner künstlerischen Ausbildung sehr konventionell im Stile der damaligen Zeit. Ab 1883 wandte er sich dem Impressionismus zu, lernte 1891 George Seurat kennen, der ihn mit dem Pointilismus bekannt machte. Signac und er wurden bald Freunde und Cross fing an im Stile der Pointilsten zu malen.
Seine Palette reduzierte er immer mehr auf die reinen Primärfarben.
Man kann ihn durch seinen Einfluss auch als Vorläufer der Fauvisten bezeichnen (Matisse, Derain, de Vlaminck, Dufy, van Dongen).

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Deux femmes par le rivage
1896 - 65 x 92 cm - Öl auf leinwand
Barnes Collection, Philadelphia

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Portrait de Mme Cross
1901 - 95 x 73 cm - Öl auf Leinwand
Musée de la Chartreuse, Ville de Douai (Frankreich)

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Théo Van Rysselberghe
* 23. November 1862 in Gent; † 13. Dezember 1926 in Saint-Clair, Frankreich

Selbstbildnis van Rysselberghe


Beeinflusst von Manet und Degas begann der aus einer begüterten Familie stammende van Rysselberghe die Malerei. Er wird 1883 Gründungsmitglied der belgischen Gruppe "Société des Vingt" (auch "Groupe des XX" genannt).
Kurz darauf lernt er bei einem Besuch in Paris George Seurat und dessen pointilistische Malweise kennen. Diese Art zu malen hat ihn nachhaltig beeindruckt und er begann in diesem Stil zu malen. Erst 1910 wird er seine Malweise ändern. Er ist auch ein sehr erfolgreicher Entwerfer von Plakaten, Möbeln und Schmuck. In seinen letzten Jahren nähert er sich dem Stil der Fauves an.

Maria Séthe, de latere Mevrouve Henry Van de Velde
1891 - 118 x 84 cm - Öl auf Leinwand
Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen

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De lezing door Emile Verhaeren
1903 - 181 x 241 cm - Öl auf Leinwand
Museum for Schone Kunsten (MSK), Gent

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En juli, famille dans le verger
1890 - 115 x 163 cm - Öl auf Leinwand
Kröller-Müller Museum, Otterlo

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L'entrée du port de Roscoff
1899 - 50 x 61 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris

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Maximilien Jules Luce
* 13. März 1858 in Paris; † 6. Februar 1941 Paris

Porträt Maximilien Luce von Paul Signac

Als Radierer begann er seine Ausbildung. Eine enge Freundschaft zu Camille Pissarro, Seurat oder van Rysselberghe führte ihn dazu Mitbegründer der pointilsitischen Schule zu werden. Lange Jahre hielt sich Luce streng an die Theorie dieser Malweise. Später lockerte er seine Technik auf.

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Matin, intérieur
1890 - 65 x 81 cm - Öl auf Leinwand
Metropolitan Museum of Art, New York

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Le Quai Saint-Michel et Notre Dame
1901 - 73 x 60 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay

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Unter den bekannten modernen Künstlern gibt es einige, die sich mit der pointilistischen Malweise auseinander gesetzt haben und eigene Werke in dieser Form ausführten.

Henri Matisse
(1869 - 1954)

Man zählt ihn zur klassischen Moderne, ein wichtiger Vertreter des Fauvismus. Auch er experimentierte mit der pointilistischen Malart (wie schon kurz erwähnt).

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Tulipes de perroquet
1905 - 46 x 55 cm - Öl auf Leinwand
Albertina, Sammlung Batliner, Wien

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Luxe, calme et volupté
1904 - 98 x 118 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay

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Das letzte Beispiel mag vielleicht nicht für jeden korrekt sein, doch spürt man hier noch den Einfluss der pointilsitischen Malweise. Wenn auch hier der ursprüngliche inhaltliche Ansatz nicht mehr erkennbar ist und "nur" die Technik übernommen wurde.

Paul Klee
(1879 - 1940)

Sein Werk in eine Stilrichtung einzuordnen fällt bei seiner Vielseitigkeit schwer. Er gehört zu den bedeutendsten Künstlern der klassischen Moderne im 20. Jahrhundert.
Aus der Zeit seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie in Düsseldorf stammen einige pointilsitisch anmutenden Bilder. In seinen eigenen Aussagen gibt es sehr klare Beziehungen dieser Bilder zu der Technik und den Vorbildern des Pointilsimus

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Ad Parnassum
1932 - 100 x 126 cm - Öl auf Leinwand
Kunstmuseum Bern

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