Magrasku
Impressionismus
Ausstellungen

Siebte
Ausstellung
1882

Kunat ab 1865
Vor der ersten Ausstellung
1. Ausstellung
Exkurs
2. Ausstellung
3. Ausstellung
4. Ausstellung
5. Ausstellung
6. Ausstellung
7. Ausstellung
Exkurs
8. Ausstellung
Resumee
Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886
Kunst Theorie

Die siebte Ausstellung der Impressionisten
"7me exposition des artistes independants"
1. März - Mai 1882 - Paris, Rue St. Honoré 251


Die Vorbereitung der nächsten Ausstellung gestaltete sich schwierig, da die Künstler sehr unterschiedliche Ansichten darüber hatten, wer wirklicher Impressionist sei und deshalb sich in der Ausstellung präsentieren dürfe. Caillebotte hatte ja schon zur sechsten Ausstellung versucht, eine klare Vorgabe zu machen, konnte sich aber bei Pissarro nicht durchsetzen und hatte deshalb selbst auf eine Teilnahme verzichtet.

Die Kunstler traten auch fast ausschließlich nur noch brieflich in Kontakt miteinander. So versuchte Caillebotte in einem Schreiben Pissarro zu überzeugen, nachdem er bei Degas sich schon eine Abfuhr eingeholt hatte, mit der Bitte auf Raffaëll zu verzichten.
Im Brief an Pissarro schriebt er: "Degas gibt Raffaëlli aus dem einzigen Grunde nicht auf, weil man ihn darum bittet und umso mehr man ihn darum bittet, umso weniger wird er nachgeben."
Pissarro setzte Gauguin von dieser Nachricht in Kenntnis und bekam folgende Antwort: "Gestern sagte mir Degas wütend, er würde lieber selbst verzichten, als auf Raffaëlli zu verzichten!" Und er schrieb weiter: "Wenn ich mir Ihre Stellung nach zehn Jahren, in denen Sie sich mit der Organisation dieser Ausstellungen befassten, in Ruhe betrachte, fällt mir auf, dass die Zahl der Impressionisten zunahm… Dagegen von Degas Seite her – und nur durch seine Schuld – hat sich die Situation immer mehr verschlechtert; jedes Jahr fiel ein Impressionist ab, und an seine Stelle trat irgend eine Null oder ein Schüler der Ecole des Beaux-Arts. Noch zwei Jahre und Sie werden allein inmitten von Intriganten schlimmster Art stehen. Trotz guten Willens kann ich nicht länger als Hanswurst von Raffaëlli und Konsorten dienen. Nehmen Sie bitte meinen Austritt entgegen." Dieser Schritt ist Gauguin sicher nicht leicht gefallen, denn die Ausstellungen waren für ihn sehr wichtig.

Pissarro, als Hauptorganisator der Ausstellungen, befand sich nun in einer schwierigen Lage, denn er musste einsehen, dass das impressionistische Element fast nur noch von ihm vertreten wurde, wenn er Glück hätte, noch durch Berthe Morisot, die aber auf Reisen war und deren Teilnahme nicht gesichert. Andererseits war ihm das Mitwirken von Degas sehr wichtig. Letztendlich entschied er sich aber für die Vorschläge von Caillebotte. Doch hatten die gewünschten Teilnehmer bisher nicht zugesagt.

Es gab also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten...

Caillebotte schlug folgende Teilnehmerliste vor: Pissarro, Monet, Renoir, Cézanne, Sisley, Berthe Morisot, Gauguin und Caillebotte selbst. Dazu sollte vielleicht Mary Cassatt kommen, wenn sie ohne Degas mitmachen würde.

Berthe Morisot war in Nizza und Pissarro bemühte sich über ihren Schwager Manet um ihre Teilnahme. Monet hatte Bedingungen gestellt, bezüglich der anderen Künstler, wollte aber nicht zusagen. Renoir teilte mit, dass er krank sei und nicht kommen könne. Nachdem keiner so richtig zusagte, wollte Caillebotte den Plan einer Ausstellung schon aufgeben.

Doch nun nahm Durand-Ruel, der Galerist, der sich immer schon für die Impressionisten eingesetzt hatte und auch bei den Ausstellungen immer aushalf, die Sache in die Hand. Sicher war es auch der geschäftliche Gedanke, der ihn antrieb, denn die letzten Jahre waren für seine Galerie finanziell eher katastrophal.
Durand-Ruel schrieb an Monet und Renoir, um sie von der Ausstellung zu überzeugen. Die Antwort von Renoir war weitgehend positiv, aber er wollte mit den Kollegen selbst nicht mehr verhandeln. Er hatte sich geärgert, weil die Besprechungen dazu ohne ihn abgehalten wurden und glaubte nur als Lückenbüßer zu fungieren.

Paul Durand-Ruel

Monet äußerte sich ähnlich wie Renoir und wollte auf keinen Fall mit Künstlern wie eben Raffaëlli ausstellen, die nicht zur engeren Gruppe der Impressionisten gehörten. Da er aber Durand-Ruel als seinem Gönner sehr verpflichtet war, konnte er nicht ablehnen. Er stellte nur die Bedingung, dass Caillebotte sicher mitmachen würde, dafür sollten aus Monets Sicht Guillaumin, Gauguin und Vignon ausgeschlossen werden. Pissarro war darüber sehr ungehalten und schrieb wieder an Monet: "… denn wir wollten Caillebotte niemals von unserer Gruppe ausschließen." und hängte noch die voraussichtlichen Teilnehmer an: "Monet, Renoir, Sisley, Pissarro, Caillebotte, Mme Morisot (wenn möglich), Guillaumin, Vignon, Gauguin, Cézanne (wenn möglich)."

Berthe Morisot, die noch immer auf einer Reise im Süden Frankreichs war, wartete mit ihrer Entscheidung ab, bis sie definitiv wusste, dass Monet mitmacht. Cézanne schrieb, er habe nichts zum Ausstellen. Nun machte Monet die Bedingung, Renoir müsse unbedingt mit ausstellen. Dieser gab nun endlich seine Zusage und ermächtigte Durand-Ruel Bilder zu zeigen. Damit war auch Monet mit einer Ausstellung endlich einverstanden. Auch von Cézanne kam jetzt eine Zusage.

Degas lehnte endgültig ab, da seine Freunde ausgeschlossen waren. Treu Degas ergeben, sagte nun auch Mary Cassatt ab. Manet, der ebenfalls wieder gefragt wurde, mochte wieder nicht zusagen, obwohl ihm diese Entscheidung später wohl leid tat.

So kam es nach vielem Hin und Her zur vielleicht einheitlichsten Impressionisten-Ausstellung überhaupt, die am 1. März 1882 eröffnet wurde. Die nur acht Teilnehmer waren: Caillebotte, Gauguin, Guillaumin, Monet, Morisot, Pissarro, Sisley und Vignon.
Durand-Ruel konnte zufrieden sein: Es erschienen einige sehr wohlwollende Presseartikel (die Stimmung gegen die Impressionisten in der Bevölkerung und der Kritik wandelte sich nun doch) und es waren mehr Verkäufe zu verzeichnen.

.

Gustave Caillebotte

Homme au balcon

Boulevard vu d'en haut

La partie de bézigue

Fruits affichés sur un support

Marine

Un Balcon, Boulevard Haussmann

.

Paul Gauguin

Intérieur du peintre à Paris, Rue Carcel

Un Morceau du jardin

Le mur mitoyen

Vase de fleurs

Nature morte aux oranges

La petite s'amuse (Aline Gauguin)

.

Claude Monet

Fleurs de topinampur

Entrée du petit bras de la Seine à Vétheul

Sur la falaise de Grainval

Femme lisant dans un jardin

Bateau échaué

Un coin du jardin à Vétheuil

Fallaises de petites dalles

Château de la Roche-Guyon

A Greinval près de Fécamp

Les Saules

Bouquet de soleils

.

Berthe Morisot

Après le déjeuner

Blanchisseuse

Enfant dans les roses trémières

Port de Nice

Eugène Manet et sa fille dans le jardin de Bougival

Le Balcon

.

Camille Pissarroo

Deux jeunes paysannes causant sous les arbres

La mère larchevéque

Le berger et les laveuses

Jeune Paysanne prenant son café

La bergère

La paysanne au chapeau

La conversation

La gardeuse de chèvres

.

Pierre-Auguste Renoir

Les deux sœurs

Le déjeuner des canotiers

Vue de Venice (Grand Canal)

Vue de Venice (Palais de Doges)

Pivoines

Les Pêches

Jeune fille endormie

La lecture

.

Alfred Sisley

Après-midi d'août

En canot à Veneux (Après-midi de septembr)e

Prairie de Veneux-Nadon

.

An der Ausstellung nahmen noch Victor Vignon und Armand Guillaumin teil. Von beiden ist kein Bildbeispiel aus der Präsentation im Jahr 1883 gesichert. Deshalb nur jeweils ein Beispiel der Maler aus der Zeit:

Armand Guillaumin: Paris: Pont Marie - 1882

Victor Vignon: Hameau du valhermeil a Auvers sur Oise - 1880

.

Die Aufnahme der Ausstellung beim Publikum war lange nicht mehr so ablehnend den Malern gegenüber. Durand-Ruel, der diese siebte Ausstellung letztendlich organisiert hatte und aus dessen Beständen die Exponate zum großen Teil kamen, konnte einige Verkäufe melden. Finanziell wurden die Kosten in etwa aufgehoben, dennoch stand der Kunsthändler, der die Impressionisten immer vertreten hatte vor dem Ruin. Es heißt, er hätte damals eine Million Schulden gehabt. Zumal andere Händler den Malern eigene Möglichkeiten boten, wie Petit aber auch Theo van Gogh, der eine große Galerie vertrat.

Mit der siebten Ausstellung endet die Serie der wirklichen Impressionisten Ausstellungen. Es folgt zwar vier Jahre später noch eine Ausstellung, die gemeinhin als die Achte gezählt wird. Doch hat diese Ausstellung nur noch sehr wenig mit der impressionistischen Malerei zu tun. Die siebte Ausstellung hatten auch Georges Seurat und Paul Signac gesehen, sowie Odilon Redon, die alle später an der achten Ausstellung teilnehmen werden.

Nach der siebenten Ausstellung gingen die Maler des Impressionismus weitgehend ihre eigenen Wege. Manche verließen den einmal eingeschlagenen Pfad um Neues zu erproben, manche, wie Monet, werden bis zu ihrem Lebensende dem Impressionismus treu bleiben. Hin und wieder traf man sich bei unterschiedlichsten Ausstellungen zu denen sie eingeladen wurden, aber der persönliche Kontakt brach vielfach ab.

Für den Impressionismus begeisterten sich in der Folge viele Maler in Europa und Amerika und Australien.
Einige Maler die (teilweise) dem Impressionismus zugerechnet werden:
Deutschland: Lovis Corinth, Max Liebermann, Leo Putz, Max Slevogt...
Belgien: James Ensor
England: James Mc Neill Whistler
Schweden: Anders Zorn
USA: John Singer Sargent u.a.