Magrasku

Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886

Vor dem Impressionismus

Nazarener
und deutsche Maler, Präraffeliten

Kunast ab 1840
Barbizon
Englische Maler
Ingres, Delacroix
Nazarener u.a.
Gustave Courbet
Camille Corot
Japonismus
Auf dem Weg
Die Zeit
von etwa 1820 bis 1890

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Nazarener

Es gab in Europa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Versuche durch junge Künstler sich den vorherrschenden Klassizismus, aber auch eines Ingres sowie der folgenden Romantik eines Delacroix, vor allem aber dem Zwang derAkademien zu entziehen. Die Identifizierung mit diesen künstlerischen Richtungen und Lehrsansichten wurde für die jungen Künstler immer schwieriger. „Man lernt einen vortrefflichen Faltenwurf malen, eine richtige Figur zeichnen, lernt Perspektive, Architektur, kurz alles – und doch kommt kein richtiger Maler heraus. Eins fehlt … Herz, Seele und Empfindung …“ (Friedrich Overbeck)
Schon 1809 hatten sich in der Wiener Akademie Maler zum "Lukasbund" zusammengeschlossen. Ihr Weltbild war das christlich deutsche Mittelalter, infolgedessen forderten sie die Erneuerung der religiösen Überlieferung in der Kunst. Das Motto des Lukasbundes war: "Lasset uns darum unser Leben in ein Kunstwerk verwandeln". Vorbilder waren Dürer, besonders Raffael, die damals in den Akademien mehr als "Primitive" gewertet wurden. Was also wie ein Rückschritt klingt, ist dennoch ein Brechen mit dem Klassizismus der Akademien, in denen die technische Seite vor einer künstlerischen Fertigkeit Vorrang hatte. Für diesen Lukasbund stehen zunächst Friedrich Overbeck und Franz Pforr, die in Wien ihre Mal-Ausbildung begannen.

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Johann Friedrich Overbeck
* 3. Juli 1789 in Lübeck; † 12. November 1869 in Rom

Italia und Germania
1828 - 94 x 105 cm - Öl auf Leinwand
Neue Pinakothek, München >

Die Anbetung der Könige
1811/13 - 50 66 cm - Öl auf Holz
Hamburger Kunsthalle >

Maria und Elisabeth mit dem Jesuskind und dem Johannesknaben
1825 - 146 x 102 cm - Öl auf Leinwand,
München, Neue Pinakothek
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Franz Pforr
* 5. April 1788 in Frankfurt am Main; † 16. Juni 1812 in Albano Laziale bei Rom

Sulamith und Maria
1811 - 34,5 x 32 cm - Öl auf Holz
Museum Georg Schäfer, Schweinfurt >

Einzug Kaiser Rudolfs von Habsburg in Basel, 1237
1809/19 - 90 x 119 cm - Öl auf Leinwand
Städel Museum, Frankfurt >

Die Künstler entschlossen sich, die Ausbildung in eigenen Hände zu nehmen und diese in Italien fortzusetzen. In Rom bildeten sie eine Art Künstlerkolonie, um die italienischen Vorbilder zu studieren und führten dort das Leben von Außenseitern. Sie suchten jedoch nicht die Antike, sondern das christliche Rom.
Die Gruppe der Lukasbrüder zog weitere Maler an. So gesellten sich zu der bestehenden Gruppe Julius Schnorr von Carolsfeld, Peter von Cornelius und Wilhelm von Schadow

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Julius Schnorr von Carolsfeld
* 26. März 1794 in Leipzig; † 24. Mai 1872 in Dresden

Ruth im Feld des Boaz
1828 - 59 x 70 cm - Öl auf Leinwand
National Galery, London >

Die Familie von Johannes dem Täufer besucht die Familie Christi
1817 - 123 x 102 cm - Öl auf Leinwand
Gemäldegalerie Alte Meister - Staatliche Kunstsammlungen Dresden >

Es dauerte einige Zeit, bis die Nazarener außerhalb Italiens beachtet wurden. Etwa ab 1830 konnten sie sich im deutschen Sprachraum durchsetzen. Einige folgten dem Ruf an Akademien wie Ludwig Schnorr von Carolsfeld oder Phillip Veit. Wie schon in Rom entstanden einige Fresken in Kirchen, wie in der Allerheiligen-Hofkirche, München. Auch die sogenannten Bayern-Fenster im Kölner Dom oder Fresken im Mainzer Dom gehören zu den Arbeiten der Nazarener. Die Kirche St. Apollinaris in Remagen ist eine Art Gesamtkunstwerk der Nazarener. Einiges ist in den Kriegen zerstört worden.

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Wilhelm von Schadow
* 6. September 1788 in Berlin; † 19. März 1862 in Düsseldorf

Gleichnis von klugen und die törichten Jungfrauen
1838/42 - 271 x 391 cm - Öl auf Leinwand
Städel Museum Frankfurt >

Selbstbildnis mit seinem Bruder Ridolfo und mit Bertel Thorvaldsen
1814 - 91 x 117 cm - Öl auf Leinwand
Alte Nationalgalerie Berlin >

Ab 1848 erlebte diese Kunstrichtung dann ihren Niedergang. Das geläufige Bild nazarenischer Kunst ist zeichenhaft mit religiöser Malerei verbunden, die in popularisierter Form das Phänomen des süßlich religiösen Kitsches hervor brachte. Das Ideal einer christlich orientierten Kunstrichtung hatte sich verbraucht. Es galt nun als eine blutleere und sentimentale religiöse Metaphorik, die allerdings bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch lebendig war. Dazu trugen die vielen qualitativ schwachen und sehr frömmelnden Bilder einer Trivialkunst bei, die auch in Drucken viele Wohnungen schmückten.
In den letzten 50 Jahren erleben die Nazarener eine Art Wiederauferstehung. Sie wurden in diversen Ausstellungen neubewertet und haben jetzt einen gebührenden Platz in der Kunstwelt erhalten.

Die Nazarener hatten mit ihrer Kunst gewissen Einfluss auf nachfolgende Künstler. Beispielsweise gute fünfzig Jahre später berief sich auch Maurice Denis, Mitbegründer der Gruppe "Les Nabis" auf sie. In England werden Dante Gabriel Rossetti und Everett Millais, die zu den Präraffaeliten gezählt werden, sie als Vorbilder sehen. Auch die Präraffaeliten strebten nach einer religiös-seelischen Vertiefung der Kunst und betrachteten die italienische Kunst der Frührenaissance als Vorbild.
In Deutschland entstand die Düsseldorfer Malschule, in der auch Nazarener wie Peter von Conelius und Wilhlem von Schadow als Lehrer wirkten und die Ausrichtung in ihrem Sinne prägten. Später hielt die Sicht der Spät-Romantik und des Realismus Einzig in den Studienbetrieb. Die Themen sind Landschaftmalerei, Stillleben aber auch Historienmalerei.

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Symbolismus

Durch die römische Renaissance wurden auch Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach und Hans von Marées beeinflusst. Die Verbindungen zu den Nazarenern waren vielfältig, auch wenn sie eigene Wege gingen. Als Zeitgenossen der Künstler von Barbizon und auch der Impressionisten waren sie aber weiter der traditionell handwerklichen Art der Malerei verbunden, auch wenn man der Detailtreue eines Naturalismus und der Schwärmerei der Romantik nicht folgen mochte. Die Maler sahen die Welt als Symbole einer tieferen Wirklichkeit und die Kunst als Mittlerin. Die Themen drehen sich um Traum und Mythologie. Auch das Reine, Edle wurde ebenso verherrlicht wie die dunkle Seite der Sünde.
Paul Gauguin und Odilen Redon, die an Ausstellungen der Impressionisten teilnahmen kann man teilweise in ihren Anfängen zu diesem Kreis rechnen.

Bilder der als Deutschrömer bezeichneten Gruppe, die jedoch trotz gemeinsamer Liebe für Italien sehr unterschiedliche Sichtweisen zur Malerei nachhingen.

Arnold Böcklin
* 16. Oktober 1827 in Basel; † 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole, Florenz

Selbstporträt mit fiedelndem Tod
1872 - 75 x 61cm - Öl auf Leinwand
Alte Nationalgalerie, Berlin >

Die Toteninsel III
1883 - 150 x 80 cm - Öl auf Holz
Alte Nationalgalerie, Berlin >

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Deutsche Malerei

Anselm Feuerbach
* 12. September 1829 in Speyer; † 4. Januar 1880 in Venedig

Paolo und Francesca
1864 - 137 x 99 cm - Öl auf Leinwand
Schack Galerie - Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München >

Iphigenie II
1871 - 200 x 132 cm - Öla auf Leinwand
Staatsgalerie Stuttgart >

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Johann Reinhard von Marées
* 24. Dezember 1837 in Elberfeld, (Wuppertal); † 5. Juni 1887 in Rom

Doppelportrait von Marées und Lenbach
1863 - 54 x 62 cm - Öl auf Leinwand
Neue Pinakothek, München >

Hl. Martin und der Bettler
1869 - 74 x 105 cm - Öl auf Leinwand
Museum Oskar Reinhart, Winterthur >

Die aufkommende Historienmalerei wurde seit 1850 von dem unaufhaltsamen Aufstieg der Geschichtforschung zur entscheidenden Deutungsinstanz getragen. So forderte Wilhelm von Kaulbach seine Schüler mit den Worten auf: "Geschichte müssen wir malen, Geschichte ist die Religion unserer Zeit, Geschichte allein ist zeitgemäß."

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Hans Makart
* 28. Mai 1840 in Salzburg; † 3. Oktober 1884 in Wien

Der Einzug Kaiser Karls V. in Antwerpen
1878 - 520 x 952 cm - Öl auf Leinwand
Hamburger Kunsthalle >

Die Falknerin
ca 1880 - 106 x 80 cm -Öl auf Leinwand
Neue Pinakothek, München >

Für Wilhelm Leibl hat dagegen die französische Kunst schon eine größere Rolle gespielt, doch war sie nicht die einzige Quelle seines Schaffens. Die holländische Malerei hat er ebenso wahrgenommen. Schon während seiner Studienzeit in München hat er Kommilitonen um sich geschart, die den sog. Leibl-Kreis bildeten. Er war Anreger für eine Malerei, bei der es mehr auf die Art der Wirklichkeitswiedergabe ankam, als auf ein historisches oder literarisches Thema.

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Wilhelm Leibl
* 23. Oktober 1844 in Köln; † 4. Dezember 1900 in Würzburg

Drei Frauen in der Kirche
1882 - 113 x 77 cm - Öl auf Mahogonyholz
Hamburger Kunsthalle >

Älterer Bauer und junges Mädchen; Das ungleiche Paar
1876/77 - 75 x 61 cm - Öl auf Leinwand
Städel Museum, Frankfurt >

Die Spinnerin
1892 - 65 x 74 cm - Öl auf Leinwand
Museum der Bildenden Künste, Leipzig >

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Carl Schuch
* 30. September 1846 in Wien; † 13. September 1903 Wien

Häuser in Ferch am Schwielow See
1878/81 - 70 x 84 cm - Öl auf Leinwand
Alte Nationalgalerie, Berlin >

Stillleben mit Äpfeln
1887 - 61 x 78 cm - Öl auf Leinwand
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover >

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Hans Thoma
* 2. Oktober 1839 in Oberlehen, Bernau im Schwarzwald; † 7. November 1924 in Karlsruhe

Der Rhein bei Säckingen
1873 - 63 x 112 cm - Öl auf Leinwand
Alte Nationalgalerie, Berlin >

Waldwiese
1876 - 47 x 37 cm Öl auf Leinwand
Hamburger Kunsthalle >

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Präraffaeliten

Ab 1844 entsteht in England eine Maler-Gruppe, die unter dem Namen Präraffeliten bekannt sind: John Everett Millais, Dante Gabriel Rossetti und William Morris. Ein jüngerer, bedeutender Vertreter der Richtung Edward Burne-Jones, sireß wie andere zu der Gruppe.
Im weitesten Sinne gehört auch James Abbott McNeill Whistler dazu, der ja dazu auch mit den Impressionisten bekannt war.

Die Ziele der Gruppe waren, aufgezeichnet in einem Manifest:
- echte Ideen auszudrücken;
- die Natur aufmerksam zu studieren, um zu wissen, wie man sie ausdrückt;
- mit dem zu interagieren, was in der bisherigen Kunst direkt, ernst und innig ist, unter Ausschluss dessen, was konventionell ist, sich selbst parodieren und auswendig lernen;
- Und vor allem unentbehrlich, um gute Bilder und Statuen zu machen.

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John Everett Millais
* 8. Juni 1829 in Southampton; † 13. August 1896 in London

Christ in the House of His Parents
1849/50 - 86 x 139 cm - Öl auf Leinwand
Tate, London >

Mariana
1851 - 88 x 77 cm - Öl auf Mahagonyholz
Tate, London >

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Dante Gabriel Rossetti
* 12. Mai 1828 in London; † 9. April 1882 in Birchington-on-Sea, Kent

Proserpine
1874 - 125 x 61 cm - Öl auf Leinwand
Tate, London >

The Bower Meadow
1872 - 117 x 101 cm - Öl auf Leinwand
Manchester Art Gallery >

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Marianne Stokes
* 19. Januar 1855 in Graz; † 13. August 1927 in London

Melisande
ca 1895 - 87 x 52 cm - Tempera auf Leinwand
Wallraf-Richartz-Museum >

Als vorbildlich wurde von den Präraffaeliten die Kunst des späten Mittelalters herausgestellt und mit der Forderung nach naturalistischer Darstellung der Natur verbunden, wobei Letzteres sich wiederum auf eine Auseinandersetzung mit der jungen Fotografie bezog.

Schon einige Zeit vor den Impressionisten fanden sie zur Malerei im Freien. Die Naturdarstellungen wurden unter freiem Himmel mit großem Realismus ausgeführt. Typisch sind ihre leuchtenden Farben.

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William Holman Hunt
* 2. April 1827 in London; † 7. September 1910 London

Isabella and the Pot of Basil
1868 - 187 x 116 cm - Öl auf Leinwand
Laing Art Gallery, Newcastle upon Tyne

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Walter Crane
* 15. August 1845 in Liverpool; † 14. März 1915 in Horsham, West Sussex

Neptune's Horses
1892 - 34 x 85 cm - Öl af Leiwnand
Neue Pinakothek, München >

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John William Waterhouse
* 6. April 1849 in Rom; † 10. Februar 1917 in London

The Lady of Shalott
1888 - 153 x 200 cm - Öl auf Leinwand
Tate, London >

Die Präraffeliten entstanden aus der Ablehnung der Akademie-Malerei, wie auch die Nazarener. Sie werden später den Symbolismus und auch den Jugendstil beeinflussen. Theodor Fontane wird später zu den Präraffeliten schreiben: „Hier haben wir Keime für die Zukunft und, nach bestandenem Läuterungsprozess, vielleicht einen neuen Silberblick der Kunst.“ Auch hier ist eine Neubewertung als wichtiger Teil der Künste und ihrer Wirkung auf andere Sparten der bildenden Kunst in den letzten Jahrzehnten festzustellen.

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Evelyn De Morgan
* 30. August 1855 in London als Evelyn Pickering; † 2. Mai 1919 in London

Ariadne in Naxos
1877 - 91 x 133 cm - Öl auf Leinwand
The De Morgan Foundation

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Sir Edward Coley Burne-Jones
* 28. August 1833 in Birmingham; † 17. Juni 1898 in London

The Golden Stairs
1880 - 269 x 117 cm - Öl auf Leinwand
Tate, London >

The Mirror of Venus
1877 - 120 x 200 cm - Öl auf Leinwand
Gulbenkian Museum, Lissabon >

Love among the Ruins
ca 1873 - 96 x 152 cm - Aquarell und Gouache auf Papier
Privatsammlung

Princess Sabra
1865 - 105 x 61 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Fair Rosamund and Queen Eleanor
1862 - 26 x 27,3 cm - Tinte, Aquarell und Gauche auf Papier
Tate, London

The Beguiling of Merlin
1872/78 - 186 x 111 cm Öl auf Leinwand
Lady Lever Art Gallery, Liverpool

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