Magrasku
Vor dem Impressionismus

Gustave Courbet

Kunast ab 1840
Barbizon
Turner, Constable...
Ingres, Delacroix
Andere Künste
Gustave Courbet
Camille Corot
Auf dem Weg
Japonismus
Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886
Kunst Theorie

.

Gustave Courbet


Geb. 1819 in Ormans (Frankreich), gest. 1877 in La Tour-de-Peilz (Schweiz)

Nach der Schule in Besançon kommt er nach Paris um Jura zu studieren, wie es der Vater wünscht. Daraus wird jedoch nichts, denn Courbet widmet sich der Malerei. Um zu lernen, kopiert er hauptsächlich Werke niederländischer Maler im Louvre. In den Malakademien wird er bald heimisch. Nach einer kurzen Phase romantisierender Malerei entsteht eines der frühen Meisterwerke "Selbstbildnis mit schwarzem Hund", mit dem er im Salon in Paris Aufnahme und Beachtung fand.

Hier zeigen sich zum ersten Mal Courbets Fähigkeit, präzis zu beobachten, seine Liebe zum Detail, die Ausdrucksstärke und Plastizität seiner Figuren. Obwohl er diese Qualitäten auch in anderen Porträts zeigt, bleibt ihm der Zugang zum Salon bis 1849 verwehrt.

Es folgt eine überbordende Produktion von Gemälden, die aber auf wenig Verständnis beim Publikums stoßen. 1847 unternimmt er seine erste Auslandsreise, die ihn nach Holland führt. Er ist nie in südliche Länder wie Spanien oder Italien gekommen. Die "nordische Schwere" zieht ihn mehr an.

Erst 1849 nach der Februarrevolution und der Abschaffung der Auswahlkommission, konnte Courbet wieder im Salon ausstellen. Er zeigte das Bild Nachmittag in Ornans, das einen deutlichen Gegensatz zur akademischen Tradition bedeutete: Courbet sitzt mit seinem Vater und zwei Jugendfreunden an einem Tisch, doch jeder ist mit sich und etwas anderem beschäftigt. Das Bild wurde mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Beim Publikum rief es nur Unverstänmdnis hervor.

1850 stellt er wieder im Salon aus und präsentiert ein Gemälde mit 7 m Breite: "Begräbnis in Ornans". Eine Trauergemeinde in der Heimatstadt Courbets wird sehr profan dargestellt. Angefangen von der betroffenen Familie, über die eingeübten Gesten der Geistlichkeit führt es bis zur Neugierde der anwesenden Bauern:

Diese Bild wird allerdings von der Jury für die Pariser Weltaustellung 1855 abgelehnt, zusammen mit einem weiteren monumentalen Werk: "Das Atelier des Künstleres". So baute er sich einen eigenen Ausstellungsraum, den "Pavillion du Realisme".

Die Akademiemalerei orientierte sich noch am Klassizismus (ca. 1750-1840). Wichtigste Kriterien waren Linien, Perspektive und Atelierbeleuchtung. Gemalt wurden fast nur historische und mythologische Themen in großen Formaten, die würdevolle Ideale darstellten. Für ihr berufliches Weiterkommern war für Künstler der „Salon“, der alle zwei Jahre stattfand, überaus wichtig. Eine Jury sorgte lange dafür, dass nur Künstler zugelassen wurden, die der herrschenden Kunstkonvention entsprachen. Mit seiner künstlerischen Ansicht konnte Courbet dem nicht entsprechen. So wurde er einer der ersten und führenden Vertreter des "Realismus".
Dennoch ist zu bemerken: Courbet wird meist im Zusammenhang mit den Künstlern genannt, die unter dem Begriff Barbiszon zusammengefasst werden, sowie er gerne verglichen wird mit Corot. Doch muss man feststellen, Courbet war alles andere, als ein Neuerer der Malerei, wie die anderen. Er war der traditionellen Malerei fest verhaftet.

Eine längere Reise nach Südfrankreich bewog ihn unter dem Eindruck der südlichen Athmophäre seine Farbpalette zu verändern. Er verzichtet auf die schweren dunklen Farben, es treten hellere klarere Töne auf. Er malt mehr Landschaften, versucht eine natürliche Umgebung zu schaffen für Tierdarstellungen. Das Meer beschäftigt ihn in mehreren Bildern. Auch Aktdarstellungen entstehen. Der Erfolg, der ihm in Frankreich versagt bleibt, erntet er im Ausland: unteranderem im Münchner Glaspalast wird ihm ein eigener Raum gewidmet.

Schlafende

Spaziergang

Les Baigneuses

Bonjour, Monsieur Courbet

La Falaise d'Étretat après l'orage
Ein Motiv, welches Monet später öfter darstellte

Dieses Traditionelle in der Malerei steht im krassen Gegensatz zu seinem politischen Engagement, das ihn letztendlich um sein Vermögen und ins Gefängnis brachte. Sein politisches Engagement veranlasste die Vertreter des Sozialistischen Realismus, ihn als ihren Vorläufer einzuordnen.

1873 wird die Schweiz seine letzte Herberge. Es ist eine Flucht aus politischen und finanziellen Gründen. Es entstehen nun Stillleben, auch Akte und Landschaften, doch die letzten Jahre hatten ihn erschöpft. Sein früher Tod fand in Frankreich keine Beachtung.

Seinen selbsternannten Ansprüchen in der Kunst wird er trotz aller Erfolge nie gerecht. Der von ihm theoretisch propagierte Realismus fehlt in den eigenen Werken, es sind komponierte altmeisterliche Landschaften, die Portraits seltsam leblos.
Die Ruhe allerdings, die seinen Bildern entströmt, die Tonpracht macht aber das Geheimnis dieses Malers aus.