Magrasku

Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886

Vor dem Impressionismus

Gustave
Courbet

Kunast ab 1840
Barbizon
Englische Maler
Ingres, Delacroix
Nazarener u. a.
Gustave Courbet
Camille Corot
Japonismus
Auf dem Weg

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Gustave Courbet

Jean Désiré Gustave Courbet
* 10. Juni 1819 in Ornans bei Besançon;
† 31. Dezember 1877 in La-Tour-de-Peilz/Schweiz

Foto von Nadar ca. 1860

Nach der Schule in Besançon kommt Courbet nach Paris, um Jura zu studieren, wie es der Vater wünscht. Daraus wird jedoch nichts, denn Courbet widmet sich der Malerei. Um zu lernen, kopiert er hauptsächlich Werke niederländischer Maler im Louvre. In den Malakademien wird er auch bald heimisch. Nach einer kurzen Phase romantisierender Malerei, entsteht eines der frühen Meisterwerke "Selbstbildnis mit schwarzem Hund", mit dem er im Salon in Paris Aufnahme und Beachtung fand.

Courbet au chien noir
1842/44 - 46 x 55 cm - Öl auf Leinwand
Musée du Petit Palais, Paris >

Hier zeigt sich zum ersten Mal Courbets Fähigkeit, präzis zu beobachten, seine Liebe zum Detail, die Ausdrucksstärke und Plastizität seiner Figuren. Obwohl er diese Qualitäten auch in anderen Porträts zeigt, bleibt ihm der Zugang zum Salon bis 1849 verwehrt.

L'homme à la ceinture de cuir. Portrait de l'artiste
nach 1880 - 45 x 38 cm - Öl auf Holz
The National Gallery, London >

Es folgt eine überbordende Produktion von Gemälden, die aber auf wenig Verständnis beim Publikums stoßen. 1847 unternimmt er seine erste Auslandsreise, die ihn nach Holland führt. Er ist nie in südliche Länder wie Spanien oder Italien gekommen. Die "nordische Schwere" zieht ihn mehr an.

Erst 1849 nach der Februarrevolution und der Abschaffung der Auswahlkommission, konnte Courbet wieder im Salon ausstellen. Er zeigte das Bild Nachmittag in Ornans, das einen deutlichen Gegensatz zur akademischen Tradition bedeutete: Courbet sitzt mit seinem Vater und zwei Jugendfreunden an einem Tisch, doch jeder ist mit sich und etwas anderem beschäftigt. Das Bild wurde mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Beim Publikum rief es nur Unverständnis hervor.

Un Après-dînée à Ornans
1848/49 - 195 x 257 cm - Öl auf Leinwand
Lille, Musée des Beaux-Arts

1850 stellt er wieder im Salon aus und präsentiert ein Gemälde mit fast 7 m Breite: "Begräbnis in Ornans". Eine Trauergemeinde in der Heimatstadt Courbets wird sehr profan dargestellt. Angefangen von der betroffenen Familie, über die eingeübten Gesten der Geistlichkeit führt es bis zur Neugierde der anwesenden Bauern:

Un enterrement à Ornans
1849/50 - 315 x 668 cm Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Dieses Bild wird allerdings von der Jury für die Pariser Weltausstellung 1855 abgelehnt, zusammen mit einem weiteren monumentalen Werk: "Das Atelier des Künstlers". Deshalb baute er sich einen eigenen Ausstellungsraum, den "Pavillon du Realisme".

L'Atelier du peintre
1855 - 361 x 598 cm - Öl auf Leinwand
Musée d’Orsay, Paris >

La Femme au perroquet
1868 - 129 x 195 cm Öl auf Leinwand
Metropolitan Museum of Art, New York >

Rêverie (Portrait of Gabrielle Borreau)
1862 - 63 x 77 cm - Öl auf Papier montiert auf Leinwand
Art Institute Chicago >

Les demoiselles des bords de la Seine
1857 -174 x 206 cm - Öl auf Leinwand
Musée du Petit Palais, Paris >

Die Akademiemalerei orientierte sich noch am Klassizismus (ca. 1750-1840). Wichtigste Kriterien waren Linien, Perspektive und Atelierbeleuchtung. Gemalt wurden fast nur historische und mythologische Themen in großen Formaten, die würdevolle Ideale darstellten. Für ihr berufliches Weiterkommern war für Künstler der „Salon“, der alle zwei Jahre stattfand, überaus wichtig. Eine Jury sorgte lange dafür, dass nur Künstler zugelassen wurden, die der herrschenden Kunstkonvention entsprachen. Mit seiner künstlerischen Ansicht konnte Courbet dem nicht entsprechen. So wurde er einer der ersten und führenden Vertreter des "Realismus".
Dennoch ist zu bemerken: Courbet wird meist im Zusammenhang mit den Künstlern genannt, die unter dem Begriff Barbizon zusammengefasst werden, sowie er gerne verglichen wird mit Corot. Doch muss man feststellen, Courbet war alles andere, als ein Neuerer der Malerei, wie die anderen. Er war der traditionellen Malerei fest verhaftet.

Eine längere Reise nach Südfrankreich bewog ihn, unter dem Eindruck der südlichen Atmosphäre, seine Farbpalette zu verändern. Er verzichtet mehr und mehr auf die schweren dunklen Farben, es tauchen hellere klarere Töne auf. Er malt mehr Landschaften, versucht eine natürliche Umgebung zu schaffen für Tierdarstellungen. Das Meer beschäftigt ihn in mehreren Bildern. Auch Aktdarstellungen entstehen. Der Erfolg, der ihm in Frankreich versagt bleibt, erntet er im Ausland: unter anderem im Münchner Glaspalast wird ihm ein eigener Raum gewidmet.

Le Rêve
1844 - 70 x 97 cm - Öl auf leiwnad
Museum Oskar Reinhart, Winterthur

Les demoiselles de village
1851/52 - 195 x 261 cm - Öl auf Leinwand
Metropolitan Museum of Art, New York >

Femme nue couchée
1862 - 75 x 97 cm - Öl auf Leinwand
Privatsammlung

Les Baigneuses
1853 - 227 x 193 cm - Öl auf Leinwand
Musée Fabre, Montpellier >

Bonjour, Monsieur Courbet
1854 - 132 x 150 cm Öl auf Leinwand
Musée Fabre, Montpellier >

La falaise d'Etretat après l'orage
1870 - 133 x 162 cm - Öl auf Leinwand
Musée d’Orsay >

Paysage d'été
1850/55 - 28,6 x 36,8 cm - Öl auf Leinwand
Neue Pinakothek, München >

Dieses Traditionelle in der Malerei steht im krassen Gegensatz zu seinem politischen Engagement, welches ihn letztendlich um sein Vermögen und ins Gefängnis brachte. Sein politisches Engagement veranlasste später die Vertreter des "Sozialistischen Realismus" ihn als ihren Vorläufer einzuordnen.

1873 wird die Schweiz seine letzte Heimat. Es ist eine Flucht aus politischen und finanziellen Gründen. Es entstehen nun Stillleben, auch Akte und Landschaften, doch die letzten Jahre hatten ihn erschöpft. Sein früher Tod fand in Frankreich keine Beachtung.

Panier de fleurs
1863 - 72 x 107 cm - Öl auf Leinwand
Kunsthalle Bremen >

Nature morte avec des pommes
1871/72 - 59 x 48 cm - Öl auf Leinwand
Rijksmuseum, Amsterdam >

Portrait d'une fille
ca. 1871 - 73 x 60 cm - Öl auf Leinwand
Belvedere, Wien >

Seinen selbst ernannten Ansprüchen in der Kunst wird er trotz aller Erfolge nie gerecht. Der von ihm theoretisch propagierte Realismus fehlt in den eigenen Werken, es sind komponierte altmeisterliche Landschaften, die Portraits seltsam leblos.
Die Ruhe allerdings, die seinen Bildern entströmt, die Tonpracht macht aber das Geheimnis dieses Malers aus.

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