Magrasku

Kunst ab 1840
Kunst 1865 - 1886

Vor dem Impressionismus

Japonismus

Kunast ab 1840
Barbizon
Englische Maler
Ingres, Delacroix
Deutschland u. a.
Gustave Courbet
Camille Corot
Japonismus
Auf dem Weg

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Japanische
Holzschnittkunst

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Wie im Beitrag über Barbizon erwähnt, lernten die Künstler damals die für sie neue Welt der japanischen Kunst kennen. Die Werke von Hiroshige, Hokusai oder Utamaro waren in Europa bis dahin weitgehend unbekannt, auch schon deshalb, weil Japan damals sich vor der übrigen Welt noch hermetisch abschloss. Mit der Öffnung wurden auch japanische Künste bekannt.

Sie hatten hierzulande wegen ihrer eigenen der europäischen Sichtweise entgegenstehenden Ästhetik weitreichenden Einfluss auf viele Kunstrichtungen. So haben sie auch den Jugendstil und Art Deco geistig angeregt. Künstler von van Gogh bis Klimt haben japanische Farbholzschnitte eingehend studiert und in ihre Arbeit einfließen lassen. Wie auch Textilien aus Japan in die Malerei Eingang fanden. Manche, wie Emil Orlik haben Reisen in den fernen Osten unternommen und die Künste vor Ort studiert. Die Kunst Japans und Chinas wurde zum Sammelobjekt. Einige Impressionisten hatten schön Farbholzschnitte in ihrem Besitz

Heute ist es wohl schwerer, die andere Ästhetik in den japanischen Kunstwerken zu erkennen, da vieles von dem, was damals in Europa als neu empfunden wurde, heute allgmeiner Bestandteil der modernen Kunst geworden ist. In den Werken japanischer Künstler wird zumeist nicht die in Europa damals übliche Zentralperspektive verwendet, sondern das Bild in Parallelen und anderen Perspektiven aufgebaut. Die Kunst des "Weglassens" wird in den Drucken augenfällig, manches wird extrem angeschnitten, es wird keine Form modelliert.

Gedruckt wurde bis etwa 1840 mit Farben aus pflanlichen Stoffen, die eine ehr zarte Anmutung haben. Die späteren chemischen Farben werden kräftiger und haben eine größer Vielfalt.

Die nachfolgend genannten Künstler entstammen etwa der gleichen Zeit von 1750 bis 1850. Die Reihe ist sicher unvollständig und soll nur beispielhaft sein.

Katagawa Utamaro (1753-1806)

Der älteste der drei ist Katagawa Utamaro. Er gilt wegen des schier unüberschaubaren Umfangs seiner Arbeit, als der wichtigste Künstler im Bereich des Farbholzschnittes, der in Japan einen absolut hohen Qualitätsstandart durch ihn erreichte. Es zeichnen ihn besonderes kompositorisches Geschick aus und ein sehr selbständiger Umgang mit den Techniken. Dazu gehörte auch die Verfeinerung mit Perlmutt oder Goldstaub. Mit großem Erfolg widmete er sich neben Anderem der Darstellung schöner anmutiger schlanker Frauen.

Der weiße Umhang
ca. 1795 - 38,1 x 24,8 cm - Farbholzschnitt

Drei Schönheiten des heutigen Tages
ca 1791 - 38,7 x 25,7 cm - Farbholzschnitt mit Glimmerstaub

Reisende vor dem Fuji Berg
ca. 1800 - 25,5 cm x 38,6 cm - Farbholzschnitt

Im Wasser spielen
ca 1802 - 35,3 x 24 cm - Farbholzschnitt

Sie genießen die Abendbrise auf und unter der Brücke
ca. 1800 - 36,2 x 51,1 cm - Zwei Blätter eines Buches aus Farbholzschnitten

Katsushika Hokusai (1760-1849)

Katsushika Hokusai wird ebenfalls einer der größten Meister des Farbholzschnitts genannt. Die Linie war Erzählung, ihre genaue Führung und die pastellfarbene Durchführung halten Landschaften und Geschichten fest, die durch ihre Lebendigkeit beeindrucken. Landschaften, Blumen und Vögel sind sein Markenzeichen geworden. Sein bekanntestes Werk ist die "große Welle bei Kanagawa". Ein Bild, welches einen hohen Berühmtheitsgrad wohl auch in Europa erreicht hat.

Unter der Welle vor Kanagawa
ca. 1830/32 - 25,4 × 38,1 cm - Farbholzschnitt

Grashüpfer und Iris
ca 1820 - 24,8 x 36 cm - Farbholzschnitt und Tinte

Mishima Pass in der Provinz Kai
aus der Serie Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji
1830/32 - 24,8 x 37,5 cm - Farbholzschnitt und Tinte

Yahagi Brücke bei Okazaki
aus der Serie "Bemerkenswerte Brücken in den Provinzen
1827/30 - 24,8 x 36,6 cm - Farbholzschnitt und Tinte

Neue Felder bei Aeno in der Suruga Provinz
aus der Serie "36 Ansichten des Berges Fuji"
1830/32 - 25,4 x 37,5 cm - Farbholzschnitt und Tinte

Utagawa Hiroshige (1797-1858)

Utagawa Hiroshige ist für seine stimmungsvollen Landschaften bekannt, die er in ganzen Serien verschiedenster Blickwinkel verband, wie den "Hundert Ansichten von Edo". Er war ein sanfter Interpret der Landschaft, der dem japanischen Empfinden zur ruhigen, ausgeglichenen Lebensform sehr nahe kam. Die Bilder sind voller Atmosphäre, und der Mensch ist ein Teil dieser Natur; einige Arbeiten erinnern an Malereien der Zen-Künstler.

Plötzlicher Regen auf der Shin-Ōhashi Brücke bei Atake
aus "Einhunder Ansichten bei Edo"
1857 - 34 x 24,1 cm - Farbholzschnitt

Kambura Station
ca 1842 - 22,5 34,3 cm - Farbholzschnitt

Silberreiher und Iris
ca 1837 - 25,7 x 19,1 cm - Farbholzschnitt

Fujikawa
ca. 1838 - 23,2 x 17 cm - Farbholzschnitt

Hibiskus und Eichelhäher
ca. 1840 - 11,1 x 16,5 cm - Farbholzschnit

Etwa um 1850 wurden japanische Bilder, Keramiken oder auch Wandschirme in Europa bekannt. Holzschnitte fanden langsam in der Künstlerschaft Verbreitung. Man lernte die japanische Kunst kennen. Es dauerte aber noch Jahre, bis diese als exotisch angesehene Kunst in die Arbeit der Europäer einfloss. Zunächst tauchten in den europäischen Bildern japanische Werke als "Dekoration" auf, sie veränderten den Stil der Malerei aber nicht. Der Bildaufbau blieb traditionell europäisch. Schönes Beispiel dafür ist das Bild von Manet: ein Portrait von Zola, auf dem im Hintergrund japanische Motive zu sehen sind.

Édouard Manet: Portrait Émile François Zola
1868 - 146 x114 cm - Öl auf Leinwand
Musée d'Orsay, Paris >

Wurden bis dahin japanische Motive nur eingefügt, so verändert sich mit van Gogh die Sichtweise. Auch van Gogh hat sich intensiv beschäftigt mit den „Bildern der heiteren, vergänglichen Welt“, der ukiyo-e. Wie viele andere Künstler besaß er auch viele Blätter japanischer Holzschnitte. Er ging aber als erster einen Schritt weiter: In drei "Japonaiserien" versucht van Gogh das japanische Vorbild nicht nur in der Form zu übernehmen, sondern sich dessen Geist anzueignen. Da ist einmal die Komposition ohne die in Europa illusionistische Tiefe, die Farbe wird flächenhafter. Wichtiges Kennzeichen ist auch die andere Auffassung und Aufteilung des Raumes. Es existieren noch Papierpausen die dann zu Gemälden führten, die sein Verständnis für die japanische Kunstauffassung vertiefte.

Utagawa Hiroshige – Die Brücke im Regen
+ (rechts) Vincent van Gogh – Japonoiserie: Die Brücke (1887)

Utagawa Hiroshige – Blühneder Pflaumenbaum im Kameido-Garten
+ (rechts) Vincent van Gogh – Japonoiserie: Der Baum (1887)

Die Beschäftigung van Goghs mit dem Japonismus hat seine eigene Malweise stark beeinflusst, er hat sich dadurch von seinen Vorbildern aus Barbizon und den Impressionisten weg weiterentwickelt.

Van Goghs Arbeiten markieren auch einen entscheidenden Wendepunkt in der europäischen Kunst: Von nun an nahmen die Künstler die verschiedensten Kunstwerke aus aller Welt (also nicht nur aus Japan) für ihre Arbeit wahr und verarbeiteten die Eindrücke und Einflüsse. Es veränderte die künstlerische Arbeit grundlegend.

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Auf der Pariser Weltausstellung 1878 wurde japanische Kunst als ein Höhepunkt präsentiert. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit europäischer Künstler, die schon zuvor die neuen Ideen aufgriffen und verarbeiteten.

Neben Keramik wurden Kleidungsstücke wie Kimonos und Gewänder aus japanischem Theater auf der Ausstellung gezeigt. Auch im Bereich der Malerei und des Holzschnittes waren die farbenreichen Stoffe, die kostbar "japanoise" gekleideten Menschen Thema. Hier ein paar Beispiele aus der Zeit ab 1865 die in Europa bekannt wurden.

Utagawa Toyoshige: Die Dichterin Ono-no Komachi iim Regen
ca 1800 - 39 x 25 cm - Farbholzschnitt

Torii Kiyonaga: Der neunte Monat
1784 - 37,9 x 25,4 cm - Farbholzschnitt

Nicht nur Farbholzschitte kamen nach Europa, sondern auch Keramik sowie Kleidungsstücke, wie Kimonos.

Schauspieler in der Kleidung für ein Theaterstück

Und dazu die europäische Verarbeitung:

Claude Monet - La Japonaise, Madame Monet en costume japonais
1876 - 232 x 142 cm - Öl auf Leinwand
Museum of Fine Arts Boston >

James McNeill Whistler: La Princesse du pays de la porcelaine
1863/65 - 201 x 116 cm - Öl auf Leinwand
Freer Gallery of Art, Smithsonian Institution >

Der Einfluss reichte deutlich auch bis in den Jugendstil, wie am folgenden Bild zu sehen:

Gustav Klimt - Entwurf für den Wandfries im Palais Stoclet in Brüssel,
Detail: Die Umarmung

1905/09 - 194 x 120 cm - Gouache auf Karton
Österreichisches Museum für angewandte Kunst

Ein weiteres Beispiel, bei dem der Einfluss jaüpanischer Malerei bei der Bildaufteilung und den freien Flächen sichtbar wird:

Pierre Bonnard - Promenade des nourrices, frise des fiacres
Wandschirm: Spaziergang der Ammen, Paravent
1894/1897, je 143 x 46 cm - vier Lithographien in fünf Farben
Privatsammlung

Emil Orlik, ein böhmische Masler und Grafiker besuchte in den Jahren 1900 bis 1901 Ostasien und so auch Japan. Er brachte eine Fülle von Grafiken mit, die sich mit Themen der japanischen maleri und ihrer Art beschäftigten.

Emil Orlik - Ricksha Pullers, Japan
1900 - 31,7 x 15,8 cm - Holzschnitt

Gustave Courbet lies sich von dem Holzschnitt "Unter der Welle vor Kanagawa " inspirieren und malte etliche sehr gleiche Wogen-Gemälde. Eine schlichte Meereswelle war vorher undenkbar als Motiv. Lange vor Monet hat er damit eine ganze Serie des gleichen Motivs gemalt.

Gustave Courbet - Die Woge
1869 - 63 x 91 cm - Öl auf Leinwand
Museum Städel, Frankfurt >

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